#ImDialog: Peter Kay

Herr Kay, was zeichnet einen guten Gesprächspartner aus?

Ein guter Gesprächspartner muss vor allem gut zuhören können. Das heißt vor allem, den anderen ausreden lassen, damit der auch wirklich alles loswerden kann, was ihm auf dem Herzen liegt. Und er muss sich in den
anderen hineinversetzen, seine Perspektive einnehmen können, um ihn zu verstehen. Der Gesprächspartner will und soll sich wahrgenommen fühlen und wertgeschätzt sein.


Ein hoher Anspruch – können Sie ihn erfüllen?

Ja, ganz bestimmt!

Woher kommt diese Sicherheit?

Weil mir das Thema so wichtig ist. Und natürlich, weil ich diese Einschätzung von meinen Mitarbeiterinnen so gespiegelt bekomme. Ich glaube wirklich, dass sich eine gute Gesprächsführung lohnt. Bei Mitarbeitergesprächen oder in Konferenzen mit Konfliktstoff ist es das A und O, aufmerksam zuzuhören und dann selber lösungsorientiert zu kommunizieren.

Stört es da nicht, wenn man als Chef wahrgenommen wird?

Hierarchie kann ein Gespräch stark behindern. Kann es, muss es aber nicht. Wenn ich mich in den anderen einfühlen und reindenken kann, bin ich mit ihm auf Augenhöhe – dann ist meine oder seine hierarchische Stellung nicht mehr interessant.

Sind Sie mit dieser Einstellung in der BGFG eine Ausnahme?

Nein, ich glaube nicht. Wir halten das persönliche Gespräch und den echten Dialog alle sehr hoch. Bei uns im Haus wird zum Beispiel nicht am Arbeitsplatz gegessen. Das führt dazu, dass man auch für die kleinere Denkpause zwischendurch in die Kantine oder auf die Terrasse geht und dort ganz automatisch mit Kollegen aus allen Bereichen ins Gespräch kommt. Und wir haben mit unserem Umzug 2008 das Arbeiten in kleinen Bürozellen durch Kombizonen ersetzt, in denen bis zu 9 Mitarbeiter arbeiten und Kontakt haben – auch abteilungsübergreifend.

Peter Kay ist seit 2001 Vorstandsmitglied der Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG in Hamburg, zu der er sechs Jahre zuvor vom Altonaer Spar- und Bauverein eG wechselte. „Wenn man mich nach meinem Beruf fragt, antworte ich meist: Kaufmann. Wenn es um meine Tätigkeit geht, sage ich: Ich leite ein Wohnungsunternehmen. Aber wenn es mein Gegenüber wirklich interessiert, erzähle ich gerne mehr von meiner Tätigkeit, die für mich mehr ist als nur ein Beruf.“ Peter Kay sieht sich als Unternehmer, Gestalter und Quartiersentwickler, Architekturfreund, Bausachverständiger und Hamburg-Liebhaber. Im Auftrag der genossenschaftlichen Idee arbeitet er dafür, Nachhaltigkeit im eigentlichen Sinn, nämlich Werte für künftige Generationen, zu schaffen. Eine gute Kommunikation ist ihm besonders wichtig – genauso wie seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: „Wir halten das persönliche Gespräch und den echten Dialog alle sehr hoch.“

Die  BGFG Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG wurde 1922 gegründet. Ihren Namen verdankt sie der Tatsache, dass die Bewegung des damaligen »Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes« (ADGB) als »freie Gewerkschaft« bezeichnet wurde. Sie ist mit rund 7.500 eigenen Wohnungen eine der größeren Wohnungsbaugenossenschaften in Hamburg und bietet ihren über 11.000 Mitgliedern attraktiven Wohnraum zu angemessenen Preisen.